15 Jahre „ Carpe Diem“ München e.V.

Unser Verein „ Carpe Diem“ München e.V. Hilfe bei Demenz und psychischen Problemen im Alter ist Ende 1999 in München gegründet worden, Der „Carpe Diem“ München  e.V. ist ein gemeinnütziger und konfessionell neutraler Verein, der sich seit fünfzehn Jahren für Demenzkranke, ältere Menschen mit psychischen Problemen und deren Angehörige einsetzt. Unser Verein versteht sich als Anwalt für die Betroffenen und ihre Angehörige. Seine Gründungsmitglieder waren engagierte Bürger/innen und Fachleute. Wir verstehen „Carpe Diem“ als Pflücke den Tag“,  oder „lebe den Augenblick“ und als sinnvolle Lebenseinstellung für unsere zum Teil schwer erkrankten Klienten.

Unser Verein hat mit Hilfe von unzähligen engagierten Bürger/innen und Fachleuten verschiedenartige Projekte in München aufgebaut, unter anderem in Kooperation mit einer Stiftung die ersten amb. betreuten Wohngemeinschaften für Demenzkranke in Bayern. Besonders setzt sich unser Verein für die Förderung von Bürgerengagement für Betroffene und deren Angehörige ein. Ohne Bürgerengagement ist aus unserer Sicht eine adäquate Betreuung der betroffenen Menschen auf Dauer nicht zu leisten. Angebote, die vor allem den Lebensmut und die Daseinsfreude der betroffenen Menschen stärken, wie Ausflüge, Musiknachmittage oder gemeinsame Feste werden von Kostenträgern nicht finanziert, tragen aber zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität der Menschen bei.

Daten: Stand Dez 2014

Vereinsmitglieder:  62 Personen

Hauptamtliche Mitarbeiter: 85 Personen

Ehrenamtliche: 98 Personen

Gründungsjahr des Vereins: 1999

Betreute Personen oder Familien im Münchner Osten: 150 Personen

Der „Carpe Diem“ München e.V. hat in München neben seinen Wohngemeinschaften, folgende Projekte:

  • ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst der Demenzkranke und ältere Menschen mit psychischen Problemen zu Hause betreut.
  • Das Projekt „Wohnen daheim“; betreutes Wohnen zu Hause.Alleinstehende Betroffene erhalten stundenweise Hilfe im Alltag durch eine Fachkraft und eine geschulte Alltagshelferin.
  • Das Projekt „Helferkreis“; Geschulte ehrenamtliche Helferinnen besuchen stundenweise ältere alleinstehende Menschen mit psychischen Problemen zu Hause oder entlasten stundenweise pflegende Angehörige von Demenzkranken. ( 58 geschulte Helfer/innen im Einsatz)
  • Eine staatliche Fachstelle, die pflegenden Angehörigen von dementen und älteren Menschen mit psychischen Problemen mit Rat zur Seite steht 
  • Eine Gesprächsgruppe für Angehörige. Einmal im Monat trifft sich am Candidplatz eine Gruppe von Angehörigen, um sich über ihre Probleme auszutauschen. Diese Gruppe wird von einem Dipl. Sozialpädagogen geleitet
  • Neun Betreuungs- und Aktivierungsgruppen für Demenzkranke und ältere Menschen mit psychischen Problemen an verschiedenen Standorten im Münchner Osten unter anderem zur Entlastung von pflegenden Angehörigen.
  • Spendenfinanzierte Projekte, wie unser Tanz- und Erzählcafe in Kooperation mit dem ASZ Ramersdorf, unserer Tanzveranstaltung: Tanz im Mai, der große Sommerausflug, die Herbst- Lesung, das Kreativangebot oder unsere Weihnachtsfeier in Kooperation mit der Martin-Luther–Kirche in Giesing

Die Wohngemeinschaften unseres Vereins:

Unser Verein hat in Kooperation mit der Jacob und Marie Rothenfußer – Gedächtnisstiftung   im Oktober 2000 die erste ambulant betreute Wohngemeinschaft für ältere demente Menschen in München – Giesing  aufgebaut. Diese Gemeinschaft ist 2005 in das neugebaute Haus in der Messestadt –Riem in das Erdgeschoss umgezogen. Zusätzlich wurde 2005 eine zweite Wohngemeinschaft gegründet, die im ersten Stock des Hauses untergebracht ist.  

Die Jacob–und Marie Rothenfußer–Gedächtnisstiftung ist die Eigentümerin und Vermieterin der Räumlichkeiten. Unser Verein war Initiatorin der Gemeinschaften und betreut und pflegt die Bewohner/innen rund um die Uhr.

Unser Verein war auch  Initiatorin der beiden Wohngemeinschaften in München – Sendling, die Mitte Juni 2014 eröffnet wurden.

Hier ist nicht nur eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke entstanden, sondern auch eine für pflegebedürftige ältere Menschen mit psychischen Problemen.

Unser Verein stellt für beide Gemeinschaften je ein Team an Pflege- und Betreuungskräfte.

Herr Paul Rothenfußer, Vorstand der Jacob und Marie Rothenfußer – Gedächtnisstiftung, hat die externe Moderation der bereits gegründeten Gremien der Selbstbestimmtheit übernommen. (Angehörigen–Gremien)

Je sieben Personen, die z.B. an einer dementiellen Erkrankung leiden, leben in zwei großen Wohnungen in einem Wohnhaus zusammen. Im Rahmen des Einzugs schließen die zukünftigen Mieter/innen bzw. ihre Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer mit dem Vermieter, der Stiftung; einen Mietvertrag über die anteilige Gemeinschaftsfläche und über ein Wohnschlafzimmer ab.

Im Mittelpunkt steht die Gestaltung des ganz normalen Alltags: Die Mieter/innen können nach ihren Wünschen mit einbezogen werden beim Erledigen der Einkäufe, Zubereitung der Mahlzeiten und der Wäschepflege. Zusammen unternehmen sie Spaziergänge oder kleinere Ausflüge.

Die Betreuung und Versorgung übernimmt ein amb. Pflege- und Betreuungsdienst. Die Mieter/innen und/oder deren Angehörigen bestimmen, von welchem Dienst die Gemeinschaft  betreut werden will.

Wohngemeinschaften sind keine Kleinstheime. Den Angehörigen und gesetzlichen Betreuern kommt eine besondere Rolle zu.  Sie nehmen am täglichen Leben der Wohngemeinschaft teil und stehen gemeinsam in der Verantwortung. Regelmäßig treffen sich die Angehörigen mit dem Wohngemeinschaftsteam und einem Moderator in einem Angehörigengremium, um sich über die Situation in den Gemeinschaften auszutauschen und über notwendige Entscheidungen zu beraten.